Ein Weihnachtsimpuls für euch…

  • ...handwerklich hergestellt.
  • ...ohne KI Zusätze.
  • ...komplett menschliche Kreativität!

Es mustert wieder!

Weihnachten steht vor der Tür. Und damit die Zeit der Traditionen und Rituale. Bei den einen steht zuerst der Kartoffelsalat auf dem Tisch, andernorts ist Heiligabend bereits die Gans bereit. Rituale haben es so an sich, wiederholt zu werden – sonst wären es keine. Und so biegt immer wieder der Kartoffelsalat um die Ecke, oder der Gruß von Board (eine alte NDR Sendung) scheppert aus dem Radio.
Muster entstehen aus sich immer wieder wiederholenden Interaktionsabläufen, es sind routinemäßige Abläufe, die sich in jeder Gruppe, Team oder Organisation im Laufe der Zeit etablieren und in der Vergangenheit als praktikabel erwiesen haben. Verbunden mit den Mustern sind auch Erwartungen an das Verhalten der Teilnehmenden. Je nach Erwartung, kann es unterschiedlich schwer fallen, diese Erwartungen nicht zu erfüllen: man denke an das nicht passende Geschenk: ist die gewohnte Erwartung, dass das Geschenk mit Freude angenommen wird, kann eine Zurückweisung schnell eine Irritation auslösen. 
Zusammengefasst: in jeder Gruppe, Team oder Organisation verfestigen sich im Laufe der Zeit spezifische Kommunikationsmuster, an die sich die Personen bewusst oder unbewusst halten. Es wird fleißig ‘gemustert’.
Das Spiel spielt die Spieler.
In jedem sozialen Gefüge entstehen mit der Zeit gewisse Regeln, verhindern können wir das nicht, es ist sozusagen eine Eigenschaft von sozialen Systemen. Diese Regeln haben Einfluss auf die Muster.
Ein Beispiel gerade zu Weihnachten: Gibt es die Regel “Es wird nicht gestritten!” und sind dennoch strittige Themen im Raum, kann es zu so seltsamen Situationen kommen, bei denen der Elefant im Raum quasi spürbar ist und das auch durch das Verhalten der Personen sichtbar bar. (gedrückte Stimmung, eher ruhiger, etc.)
Das Muster ist auf der Beobachtungsebene (was können wir beobachten?) unterwegs, die Regel auf der Erklärungsebene (wir erklären wir uns die Situation?). Diese Spielregeln haben uns  im Griff – viel mehr, als uns häufig bewusst ist oder wir wahrhaben wollen.
Die Wirkung von Regeln wird in der Praxis eher unterschätzt. Meist wird davon ausgegangen, es liege doch an der Person. Allerdings sagt auch schon der fundamentale Attributionsfehler, dass der Kontext als Erklärungsversuch für das Verhalten unterschätzt wird.
Die Organisation ‘mustert’
Welchen Einfluss haben Muster nun in Organisationen? Diese Muster spielen ihre Macht nicht nur Weihnachten, sondern auch im beruflichen Kontext aus. Dort geht es dann nicht um Geschenke, sondern um Veränderungsvorhaben, Strategien oder die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen. 
Ein Beispiel aus der Praxis:
Eine IT-Abteilung liefert vorkonfigurierte Laptops an eine Entwicklungsabteilung. Leider waren die Laptops häufig in einem nicht fertigen Zustand – es fehlten wichtige Programme. Anstatt die Geräte der IT-Abteilung zurückzuschicken, wurden die Programme von der Entwicklungsabteilung selbst installiert. Dieser Zustand wurde aber als negativ bewertet. 
Die Erkenntnis im Gespräch: Es gab die ungeschriebene Regel “Wenn etwas nicht läuft, musst du dir selbst helfen.
Diese Regel hat direkten Einfluss auf das Muster – die Entwicklungsabteilung hat sich meist selbst geholfen – mit deutlichen Auswirkungen auf die Kommunikation mit der IT Abteilung. Beispielsweise war das Problem in den KPIs nicht sichtbar – es gab dort kein Problem, denn es wurde ja von der Abteilung selbst behoben.
Wie erzeugt sich das Problem?
Ohne Kenntnis der Verhaltensregel können vermeintliche Lösungen unerwünschte oder gar keine Effekte erzielen. Es macht deshalb Sinn, den Fokus von der Lösungsorientierung zunächst zur Problemerzeugung zu schwenken. Die Frage lautet:

Was müssten wir tun, um das Problem weiterhin jeden Tag aufs Neue zu erzeugen?

Damit gelangen wir zu den beobachtbaren Handlungen, die den problembehafteten Zustand aufrechterhalten. Und durch Veränderung eben dieser Handlungen können wirksame Veränderungsimpulse gestaltet werden.
Am obigen Beispiel: Man könnte die Intervention starten, für unzureichend ausgestattete Laptops ein Ticket zu erstellen. Das wäre ein Musterbruch, der gleichzeitig dafür sorgt, dass die Spielregel geändert werden kann.
Für die Praxis
Wenn Ihr euch also fragen solltet, welche Spielregeln wirksam sind, habt hier folgende Möglichkeiten:
  1. Sammelt zunächst beobachtbare Phänomene (Wer tut wann was?)
  2. Erschließt die Interaktionsabfolgen (A → B → C)
  3. Fragt euch, was getan werden muss, um das Problem aufrechtzuerhalten?
  4. Fragt euch, wie ihr euch das Zustandekommen des Musters erklärt. (Das sind die Regeln.)
 

In diesem Sinne wünschen wir euch ein besinnliches und mit vielen frohen Mustern gespicktes Weihnachtsfest. !

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