Luhmann und Pianoforte


Seit mehr als 8 Jahren spiele ich nun Klavier und habe festgestellt, das Organisationsentwicklung viel mit dem Lauschen von Musik gemeinsam hat - und damit hilfreiche Fragen und Analogien für die Begleitung liefert.

Was können wir lernen?

# Von piano zu forte
Da wäre die Lautstärke: spielen wir Fortissimo (laut) oder Piono (leise) hat wesentlichen Einfluss auf die Melodiegestaltung. Sie gibt dem Stück ihren Charakter.

Organisationen bestehen aus Kommunikation und das bedeutet im übertragenen Sinne:

Welche Stimmen sind laut? Welche leise? Welche sollten mehr gehört werden? Welche übertönen die eigentliche Melodie der Organisationen und müssen leiser werden?

# Von der Quarte zur Septime, die Intervalle
... oder auch konsonanten und dissonanten Intervalle: eine Septime ist ein dissonantes Intervall hört sich "schief" an und strebt zu einem konsonanten Intervall hin.

Die passende Metapher für Konflikte: keine Organisation kommt ohne Konflikte aus. So benötigen wir die Kunst der Konfliktregulation (im Sinne von Klaus Eidenschink), um geschickt dissonante Klänge zu spielen. Ohne sie ist die Melodie der Organisation künstliche Harmonie.

Fragen zur Intervention:

Welche Dissonanzen(Konflikte) werden nicht gehört, deren Betonung der Organisation helfen würden? Wo braucht es mehr Konflikt, wo weniger?

Hier findet Ihr mehr über die Klänge der Organisation: https://lnkd.in/eNwigCqY

# Das Fundament der Theorie
Was wäre die Musik ohne die Harmonielehre? Sie liefert ein wissenschaftliches Fundament für den Aufbau von Harmonien, sie klassifiziert und zeigt z.B. wie ein Stück transponiert werden kann, z.B. von C zu G-Dur.

Und so auch in den Organisationen: die theoretischen Fundamente von Systemtheorie und Konstruktivismus helfen, Verhalten in Organisationen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und ein Modell für das Verständnis von Systemen zu erstellen.

Ein gutes theoretisches Verständnis von Organisationen (Hallo Luhmann, Simon und Co.) ist aus meiner Sicht wichtig, um sich in der Komplexität bewegen zu können.

Mein Fazit:

Versuchen wir doch eine Weile der Musik zu lauschen (zu beobachten), bevor wir der Organisation helfen, neue Melodien entstehen zu lassen: Disharmonien bei zu viel Harmonie, mal ein Adagio(einen Gang runter schalten) wenn´s bisher nur versuchtes Presto(schnell aber kaputt) war.